Titelbild: Azubis finden mit einer Karriereseite, Ratgeber für Handwerksbetriebe im Rhein-Erft-Kreis

Azubis finden: Karriereseite für Handwerksbetriebe im Rhein-Erft-Kreis

Von der Erft-Agentur aus Bergheim · Oktober 2026

Kurz gesagt: Azubis finden Sie im Rhein-Erft-Kreis eher mit einer eigenen Karriereseite als mit einer einzelnen Anzeige im Jobportal. Die Seite sollte jeden Ausbildungsberuf einzeln vorstellen, echte Fotos aus Ihrem Betrieb zeigen, die Ausbildungsvergütung nennen und eine Bewerbung per Handy in wenigen Minuten möglich machen. Mit strukturierten Daten erscheinen Ihre Stellen zusätzlich in der Google-Jobsuche.

Im Rhein-Erft-Kreis haben sich von Oktober 2024 bis März 2025 bei der Agentur für Arbeit Brühl 1.854 junge Menschen für eine Ausbildung gemeldet. Im selben Zeitraum wurden 1.521 Ausbildungsstellen gemeldet. Bewerber gibt es also. Trotzdem sagen laut einer Bitkom-Umfrage von 2025 83 Prozent der Handwerksbetriebe in Deutschland, dass ihnen Auszubildende fehlen.

Zwischen diesen beiden Zahlen liegt die Frage, bei welchem Betrieb ein 16-Jähriger aus Kerpen oder Elsdorf am Ende landet. Diese Entscheidung fällt fast immer auf dem Smartphone. Dieser Artikel richtet sich an Inhaber von Handwerksbetrieben, die ausbilden wollen, und zeigt, was eine Karriereseite leisten muss.

Balkendiagramm Ausbildungsmarkt Rhein-Erft-Kreis, Oktober 2024 bis März 2025: 1.854 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber, 1.521 gemeldete Ausbildungsstellen.
Ausbildungsmarkt im Rhein-Erft-Kreis. Quelle: Agentur für Arbeit Brühl, Halbjahresbilanz 2024/2025.

Warum eine Anzeige im Jobportal allein nicht reicht

Eine Anzeige bei einem großen Jobportal steht zwischen hunderten anderen und sieht dort aus wie alle anderen auch. Wer sie interessant findet, sucht als Nächstes den Betriebsnamen bei Google. Findet er dann eine Website ohne Wort zur Ausbildung, ohne Foto vom Team und mit einem Kontaktformular, das auf dem Handy nicht funktioniert, ist er weg.

Die Konkurrenz ist dabei schon unterwegs: Laut Bitkom sprechen 80 Prozent der Ausbildungsbetriebe im Handwerk potenzielle Azubis inzwischen direkt über digitale Medien an. Eine Karriereseite ist der Ort, an dem all diese Kanäle zusammenlaufen.

Elektromeister erklärt einem Auszubildenden mit Schutzbrille die Verdrahtung an einem Übungs-Schaltschrank in einer Werkstatt.
Bewerber wollen sehen, wie ein Ausbildungstag bei Ihnen wirklich aussieht. Symbolbild (KI-generiert).

Was auf eine gute Karriereseite gehört

Die meisten Karriereseiten im Handwerk scheitern nicht am Design, sondern an fehlenden Antworten. Ein Schüler, der zwischen drei Betrieben wählt, will diese Fragen beantwortet haben:

  • Welche Berufe kann ich bei euch lernen? Für jeden Ausbildungsberuf ein eigener Abschnitt, besser noch eine eigene Seite: Anlagenmechaniker SHK, Elektroniker, Dachdecker.
  • Was verdiene ich? Nennen Sie die Ausbildungsvergütung pro Lehrjahr. Wer hier schweigt, wirkt, als hätte er etwas zu verbergen.
  • Wie sieht ein normaler Tag aus? Drei, vier Sätze reichen, gern von einem aktuellen Azubi erzählt.
  • Mit wem arbeite ich? Echte Fotos vom Team, von der Werkstatt, vom Firmenwagen. Ein Foto vom Ausbilder mit Namen wirkt stärker als jeder Werbetext.
  • Wie komme ich hin? Viele Bewerber haben noch keinen Führerschein. Schreiben Sie dazu, wie man Sie mit Bus oder Bahn erreicht und ob Sie zu Baustellen mitnehmen.
  • Wie bewerbe ich mich? Name, Telefonnummer, Wunschberuf, fertig. Ein Lebenslauf kann später kommen. Eine WhatsApp-Nummer senkt die Hürde zusätzlich.
  • Kann ich erst ein Praktikum machen? Ein Praktikum ist für viele der Einstieg und für Sie der beste Test.

Was Sie weglassen können: lange Texte über Firmenwerte und Stockfotos von lachenden Menschen mit Helm. Beides lesen Bewerber als Füllmaterial.

Bei Google gefunden werden

Schüler suchen genauso wie Kunden: Beruf plus Ort. „Ausbildung Anlagenmechaniker Kerpen“, „Elektroniker Ausbildung Bergheim“, „Ausbildung Dachdecker Rhein-Erft-Kreis“. Wer für jeden Ausbildungsberuf eine eigene Seite mit genau dieser Kombination hat, hat bei solchen Suchen deutlich bessere Chancen als ein Betrieb mit einem Satz „Wir bilden aus“ im Footer.

Zusätzlich gibt es die Jobsuche direkt in Google. Damit Ihre Stellen dort erscheinen, braucht die Seite sogenannte strukturierte Daten vom Typ JobPosting, also eine maschinenlesbare Beschreibung mit Beruf, Ort, Startdatum und Vergütung. Wie das aussehen muss, beschreibt Google in seiner Dokumentation zu Stellenausschreibungen. In WordPress lässt sich das mit SEO-Plugins wie Rank Math umsetzen, ohne Programmierkenntnisse.

Und vergessen Sie Ihr Google-Unternehmensprofil nicht: Ein Beitrag „Wir suchen Azubis für 2027“ mit Foto erscheint direkt bei Ihrem Eintrag in Google Maps. Wie Sie das Profil einrichten, steht in unserer Anleitung zum Google-Unternehmensprofil.

Wo Sie Ihre Ausbildungsplätze im Kreis außerdem melden sollten

Die eigene Seite ist das Ziel, auf das alles verweist. Damit Bewerber sie finden, lohnen sich ein paar zusätzliche Wege:

  • die Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit Brühl melden, die für den Rhein-Erft-Kreis zuständig ist,
  • bei der Handwerkskammer zu Köln und Ihrer Innung nach deren Ausbildungsbörsen und Azubi-Veranstaltungen fragen,
  • Kontakt zu den Schulen in Ihrer Stadt aufnehmen und Praktikumsplätze anbieten.

Verlinken Sie überall direkt auf Ihre Karriereseite, nicht nur auf die Startseite.

Was das kostet und wann Sie dafür keine Agentur brauchen

Eine einfache Karriereseite ist kein Großprojekt. Wenn Ihre Website technisch aktuell ist und Sie selbst Texte und Fotos einpflegen können, schaffen Sie das mit der Liste oben an einem Nachmittag. Fotos mit dem Smartphone reichen, solange sie echt und gut belichtet sind.

Eine Agentur lohnt sich, wenn Ihre Seite auf dem Handy nicht richtig funktioniert, Sie mehrere Berufe mit eigenen Unterseiten und Google-Jobsuche abbilden wollen oder schlicht keine Zeit haben. Bei der Erft-Agentur sind bis zu fünf Unterseiten im Plus-Paket für 129 Euro im Monat enthalten. Was eine Handwerker-Website insgesamt kostet, rechnen wir in diesem Ratgeber über drei Jahre durch.

Häufige Fragen

Muss ich die Ausbildungsvergütung auf der Website nennen?

Eine Pflicht gibt es nicht, aber es lohnt sich. Bewerber vergleichen Betriebe, und die Vergütung ist eine der ersten Fragen. Google empfiehlt für die Jobsuche außerdem, das Gehalt in den strukturierten Daten anzugeben. Wer offen damit umgeht, wirkt fair und spart sich Rückfragen.

Reicht eine Karriereseite oder brauche ich Social Media?

Die Karriereseite ist die Grundlage, auf die alle anderen Kanäle verweisen. Kurze Videos auf Instagram oder TikTok können Schüler erreichen, die gar nicht aktiv suchen. Ohne eine gute Seite, auf der sie danach landen, verpufft diese Reichweite aber.

Wie schnell bringt eine Karriereseite Bewerbungen?

Das hängt vom Beruf, vom Ort und vom Zeitpunkt ab. Viele Schüler suchen ein Jahr vor dem Ausbildungsstart. Eine Seite, die im Herbst online geht, ist für den Start im folgenden Sommer rechtzeitig da. Bei Google braucht eine neue Seite meist einige Wochen, bis sie gut gefunden wird.

Unser Rat

Fangen Sie mit dem Beruf an, für den Sie am dringendsten jemanden suchen. Eine ehrliche Seite mit Vergütung, Fotos vom echten Team und einer Bewerbung per WhatsApp schlägt jede Hochglanz-Kampagne. Wenn Sie wissen wollen, wie Ihre Website auf einen Schüler wirkt, schauen wir sie uns kostenlos an.

Über die Erft-Agentur: Die Erft-Agentur aus Bergheim, gegründet von Thomas Burak, erstellt Websites und Google-Profile für kleine und mittelständische Betriebe im Rhein-Erft-Kreis.